Ab und an beschäftigt mich die frage, ob das traumleben, das eigene, nicht das intensivere leben ist, das traum-erleben, obgleich es sich doch auch aus tageseindrücken speist, und dazu aus all den geschichten, dem auf- und angeschichteten, über jahre, jahrzehnte, eingeätzt und -geprägt.

Es ist, als bezöge jegliches traumgebilde die nötigen informationen von einer art matrize, stellte sie die grundmuster für dieses traumkino, das nacht für nacht mit originären stoffen und plots aufwartet (selten, daß ich eine vorführung verpaßt), und manches findet sich x-fach variiert, mit wiedererkennungseffekt, dennoch kaum langweilig.

Traumfabriken nannte man die filmstudios, doch nur das vom surrealismus inspirierte kino (z.b. bunuels „der andalusische hund“) ist der darin implizierten vorstellung wirklich nahegekommen, mit sequenzen, die direkt dem traum entlehnt scheinen. Für die  protagonisten wie hans arp, andré breton und phillipe soupault mit der der psychologie des späten 19. jahrhunderts abgeschauten methode der ecriture automatique die voraussetzungen geschaffen haben. Heute muß man diese spur als beinahe ausgelöscht betrachten …

Filmindustrie und werbung bevorzugen abgerundete geschichten – traumreise nennt sich das dann, traumhochzeit, traumhaus, was nichts anderes als die landläufige und eindimensionale übersetzung eines geschehens, das mit der wahrnehmung von lichtreflexen im wachzustand beginnen mag, die den eindruck vermitteln, etwas ganz anderes gesehen zu haben …

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