Im steinbruch (sternbruch läutete es eben in mir, der wortlaut resp. die stimme) des tagebuchs, oder eher in der sandgrube, wo sich immer mal wieder etwas findet, anfindet, sich angelegentlich macht – die vorstellung, daraus etwas zusammenhängendes zu knüpfen, obgleich dieser zusammenhang ja gegeben, vermittels des ich, das diese notizen verfaßt (dies schimpfen der vögel, schon den ganzen morgen über, jener, die im gebüsch oder in der krone des ahorns, woran unsere katze schuldlos, die ich eben erst hinausgelassen und die sofort auf ein anderes grundstück gewechselt ist – es muß sich also um einen vogelgesichtigen eindringling handeln, denn auch die sonne hielt bis zu diesem moment ein tuch vor ihrem mund, und nun, da sie es gelüftet, ein kleines stück, will die welt kaum klarer erscheinen …) – also dieses ich der tagebuchschreiberin sprechen lassen, es gelegentlich kommentierend begleiten, überleitend zum nächsten text (die vögel machen mich kirre mit ihrem nicht-gesang an diesem morgen, dabei halten sich heuer selbst die krähen zurück), was schon der zeitlichen distanz geschuldet (das zeitliche segnen, gewiß – und jetzt wird es hell, ganz licht, das dunkle gewölle wird beiseite gerückt, und sichtbar die reine weißglut; nicht von ungefähr nennt man die sonne auch klärchen, streckenweise klart der himmel auf, und nur das -chen will mir nicht recht einleuchten).

Was vielleicht die klammer bilden könnte für diese texte: es sind größtenteils reminiszenzen, ausgelöst durch träume oder einen gedankengang, etwas, worauf das schreibsüchtige ich im gedankengang gestoßen (der gedankengang – eine art zeit-korridor) – auf einem dieser gedankengänge stoße ich wiederholt auf vater, es ist  mitte der siebziger jahre, der nächtens mit einem kollegen kontrollgänge durch unser städtchen absolviert, vor den volkskammer- oder kommunalwahlen, das stimmengrab bewachend (und über mir das eisig-blaue, so sehr ersehnte, wiewohl noch einmal eine wolkenkohorte sich vor das mal geschoben, sodaß das blau wirklich gleich eines eisigen hauchs, jetzt, anfang juni) – das ich klammert sich an sätze wie diese und findet auch halt, haltlos wie es selbst und die wirklichkeit, haltlos, immer im anderen (wo das mäandern seinen ursprung hat), folgt klammer- auf klammersatz – wir sehen uns später …

[tagebuch juni 2011]

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