die glaswolle fanden wir in der senke, die am rande der enklave gelegen, diesseits des baches, ein areal, das manchmal überschwemmt wurde, wenn ein besonders starker guß niederging, oder wir ein paar meter bachabwärts dämme errichtet hatten.

Die senke, überschattet von einer kastanie direkt an der böschung, mußte vor unserer zeit (was hieß das: vor unserer Zeit? Zwei drei jahre bevor wir des laufens und auch zählens mächtig, des erzählens in ansätzen) rege in gebrauch gestanden haben, davon kündeten noch die kaninchenställe, dreietagig, gezimmert aus holz, das nun verwittert, die boxen leer, in die wir manches mal krochen …

Davon kündeten die steinernen zaunspfähle, längs des baches eingelassen in den grund, pfähle, die oben gekrümmt, was von gewissen fotos her vertraut, die auch wir schon zu gesicht bekommen, aufnahmen von lagerzäunen – am anderen ufer ein vorhof der haftanstalt, zum bach hin offen, einer, der anscheinend aufgelassen, in dem gräser wucherten, wir wilde stiefmütterchen fanden.

Und in einer nische der senke also die glaswolle, etwas, das uns eher an zuckerwatte erinnerte, so ungeglättet sie lagerte, zuoberst eines berges von bauschutt, ziegel waren zu erkennen, zersplittertes holz, was noch? Ich habe es vergessen, nur die glaswolle nicht, die zu berühren mich verlangte, wiewohl wir von den eltern gewarnt worden waren, aber zu spät, viel zu spät, unsere finger waren schneller …

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