Erinnerungen an Hombroich, wo ich vor drei Jahren, und was ich da trieb, außer Schreiben, Musikhören, Fahrradfahren … Des Abends, losgelassen von allen Geistern, schaute ich mir erotische Fotos an (nein, nicht auf einer jener Seiten), solche mit ästhetischem Anspruch, von Modefotographen wie Laien – in der Einsamkeit des one-man-house verlor ich mich fast daran, zumindest vier fünf Abende lang, bis es mir zuviel, während Nacht draußen in der Weite schwelgte, oder darüber, unter einem Himmel, der schon allzu viel gesehen und sich in der Dunkelheit selbst zu vergessen drohte, weil vom Blau, von dem ich als Kind einmal annahm, es währte ewig, nichts übrig geblieben. Trieb sich also Nacht herum, draußen, und das eine oder andere Lüftchen, das Schlaf nicht finden mochte, das eine oder andere Nebelfell, dessen Resten ich am Morgen gewahr wurde … Strich ums Haus, das scheinbar dem Kosmos, der Leere abgerungen und Signale aussandte, in den Äther, der doch auch nur betäubte, das ängstige Innen-Ich, das auf jedes Geräusch bedacht, ein Knacken, Rascheln, den Ruf eines Kauzes, in der fortschreitenden Ertaubung des Äthers: nichts (dabei sich im Gelände Fuchs und Hase Gute Nacht sagten). Irgendwann dämmerte das Angst-Ich dahin und schlief besser, je kürzer die Nächte im aufsteigenden Jahr …

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