die apfel- und kirschblüte habe ich als kind wohl nie bewußt wahrgenommen, jedenfalls nicht die auf dem gelände der gärtnerei hinter unserem wohnblock – kein bild davon, das sich mir eingeprägt hätte, von den weißen und weißrosa blüten, nur eindrücke von den früchten, den sauerkirschen, winterapfelsorten, von den graden ihres heranreifens, der reife … Und von den aktionen ausgangs des winters, wenn die stämme der obstbäume eingesprüht wurden, als schutz vor schädlingsbefall, in einer zeit, da die kronen noch kahl – männer sah man dann durchs gelände ziehen, auf dem rücken tornister, als kämen sie von einem anderen stern, man sah sie wandeln im dunst, jenseits des zauns, dieser unverhohlen lückenhaften einfriedung, die uns ein- oder ausgrenzte. Der dunst jedenfalls hob nicht an, durch die lücken auf unser terrain vorzudringen, dennoch hielten wir die fenster geschlossen, beobachtete ich das geschehen durchs glas, und irgendwann hoben sich die nebel auf, ein weiß auf der rinde der bäume hinterlassend, das in der dämmerung schimmerte, jene boten aus der ferne indes waren längst entschwunden …

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