Archive für den Monat: Januar, 2013

schuhe kaufen, mit mutter, die schuhe und das kind paßten gar nicht zusammen, dabei die händlerin einen karton nach dem anderen aus deckenhohen regalen angelte, mithilfe einer leiter – mal war der spann zu hoch, mal erwiesen sich die knöchel als zu dick, die fersen zu weit ausgestellt, und das kind wäre am liebsten barfuß gegangen, auch winters  …

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gestern, als ich die runde drehte, ein reh, im begriff, den weg zu queren, ich vermochte dann dessen hufabdrücke zu erkennen, im schnee, vorbildlich, wie wir sie verinnerlicht, im heimatkundeunterricht – ich erinnere mich der blätter, auf denen sie abgebildet, gleich den spuren anderen getiers, und sicher hatten sie in der kindheit eindruck auf mich gemacht, gar dazu verlockt, mich als spurenleserin zu betätigen, kundig all der lauf-, der fluchtschriften, nur daß sie sich mir nicht dauerhaft einprägen sollten, abgesehen von den runen der vögel. Verführerisch der gedanke, daß sich die vorfahren, als sie die ersten schriftzeichen erfanden, von den abdrücken im sand oder schnee haben inspirieren lassen …

fand mich in hügeligem gelände wieder, in einer der senken blitzte wasser auf, der boden überdeckt von einem gras, wie es für steppen charakteristisch, widerständig und immer kurz, als ob das schon ein kriterium, es zu loben, alles zu loben, was kurz: das haar, das gras, die rede, den text …