Die wege scheinen länger geworden, über den winter, mutmaßte das umtriebige ich letztens, als es per rad das erste mal im jahr die gartenkolonie durchquerte, doch an die länge der nach den buchstaben des alphabets geordneten wege in der kolonie habe ich mich nie gewöhnen können, obwohl ich sie so oft passiert und die gewöhnung bekanntlich auch eine bescheidung darstellt, eine der sinne bzw. wahrnehmung. Nein, immer von neuem diese irritation, ja gewißheit, daß der weg zu lang, er sich zieht – vielleicht gibt es soviele ausdrücke dafür, weil sie eine der grunderfahrungen einer ursprünglich fußläufigen existenz bildet. Und in deren expansiver lebensweise sollten sich pfade bald nicht mehr als ausreichend erweisen, mußten wege her. Wann war das? Wann wurden die ersten wege angelegt, an den erdleib, und wo, um sich zu finden, etwa zur wasserstelle …

Der erste weg war sicherlich ein ausgetretener pfad, angesichts dessen irgendwer auf die idee kam, an die wegbildung selbst hand anzulegen, sie zielgerichtet zu betreiben – man sah auf diesen pfad, die von vielen füßen eingeebnete und festgetretene erde und dachte, das könnte doch immer so sein, glatt, gut zu erkennen, sicher, erprobt … Ich denke, der bau von wegen setzte erst ein, als es wichtig wurde, fernerliegendes zu verbinden, mit einem begriff von verkehr

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