„gute gedichte lösen etwas aus in mir“, dachte ich beim rundendrehen, ein knöchelchen, zellteilchen, oder den kern vom ganzen … bis nichts mehr bleibt, als ein eigener text, hinter dem das ich verschwindet, nimmer von gewicht für diesen text: es hat sich erledigt – dieser gedanke, nachdem ich eines der neueren gedichte von elke erb gelesen („zu gleich“), in dem vom eintretenden alter die rede, und ich spürte, daß da noch viel raum …

[Elke Erb: Das Hündle kam weiter auf drein. roughbook 28]

Zu gleich

Das eintretende Alter erheiterte mich
mit einer neuen Neugier und der Lust,

die Nase in Dinge zu stecken, die einen gar nichts angehen,
z.B. Diverses von Pflanzen:

Heimat in Mittelasien. So?
Hat eine Pfahlwurzel, ach?

Eingenommen sein im Alter ist getrennt sein zu gleich.
Ein Ich, das geht – und so kommt, wie es geht.

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