samstagsabend beobachteten wir also den mond, im garten von m., er schwebte gleich einem star überm freitaler grund, in dessen richtung man blicken kann, von der terrasse aus, während der garten ansonsten abschüssiges gelände, das gros wiese, nur entlang des wegs zum abort, der am unteren ende und von oben gar nicht zu sehen, finden sich blumenbeete und sträucher; es ist ein relativ geräumiger kleingarten, in dem ich mich nicht so gefangen und eingehegt empfinde wie damals im elterlichen, der überschaubar und eben, eingezwängt zwischen identischen handtuchfeldern, auf denen hinten das häuschen plaziert, davor der mittig angelegte weg mit den blumenrabatten, links und rechts davon ein schmaler raum für phantasie: obstbäume, wiese, planschbecken oder sonst noch was, d.h. nicht viel – in der eltern garten links vaters rosenstolz, rechterhand mutters erdbeerplage – auffällig, wieviele männer rosen lieben, ihnen verfallen, sich um ein paar stöcke bekümmern oder gar eine kleine zucht betreiben, männer, die im wahrleben beamte, lehrer oder polizisten (schweigen wir von der legion der dichter und denker, die zeugnis von ihrer rosenliebe abgelegt), und dann kenne ich beispielsweise einen pfarrer in der uckermark, der jüngst einen rosengarten eröffnet hat, bestehend aus gestifteten pflanzen, oder herrn d. von nebenan, der mir erst gestern die geschichte seiner rosen erzählte, die zum teil betörend duften: wo er sie erworben und wann, wie er sie über den harten winter gerettet und welche davon seine frau besonders mochte – doch erklärt das kaum diese männliche affinität zur rose …

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