die redaktionssitzung gestern im café viel zu lang, darüber sollte an den nachbartischen etliche male die besetzung wechseln, darunter eine, die ziemlich lautstark, irgend etwas feiernd, einen abschluß wohl, bachelor magister diplom … – auf die schnelle aber, keine stunde, dann brachen sie auf, vielleicht zur eigentlichen feier, einer von ihnen ausgestattet mit anzug, krawatte, was in diesem café eher die ausnahme, und alle um die dreißig, könnte passen … Überhaupt jetzt öfters der gedanke an den eigenen freifahrtsschein, den ich nach vieljährigem schulgang glaubte erworben zu haben, mai juni 72, alles gesang, zudem ich mich nur heiterer witterung zu erinnern vermag, in dieser schwebte der zeitgenosse über der bahn, der vorgezeichneten, sicheren, die nachfolgeanstalt schon klar, doch bis zum eintritt dieses traumland, man konnte sie vergessen, die pflicht hintanstellen, am geistigen horizont, das verschwamm ganz, da lagerten sechzig tage sommer mit entsprechenden hitzegraden dazwischen, die machten alles fernerliegende ohnehin verschwommen, das flimmerte nur so beim fernsehen: der bahnknotenpunkt, die dammkrone, etwelche fabriken, die luft überm asphalt auf der straße zwischen h. und r., die dem zeitgenossen eine piste in der trockensavanne dünkte, die gräser beidseitig bis in brusthöhe hochgeschossen, und wenn man auf dieser straße im abendlicht unterwegs, konnte man das zirpen der grillen hören, erschienen die gräser in einem ockerfarbenen ton …

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