Berlin, berlin, und in einem eisstrom von erinnerung stimmte der bruder die erste strophe jener moritat an (ein vater mit dem sohne ging, radibimmel radibummel …), die in unserer familie allzu oft gesungen worden war und mir heute als ausdruck der lebensmaxime wie politischen zerrissenheit unserer familie erscheint, als ausdruck einer moral, die uns beherrschte, die von der vorbestimmtheit des geschicks, werdegangs ausging und keinen denkraum für alternativen ließ.

Das liedgut unserer großfamilie väterlicherseits – ich erinnere mich der stimmungslieder, die wir anläßlich der familienfeste sangen, lieder, die kaum melodisch, weshalb sie mir verhaßt waren, obgleich ich sie mitsang; was melodie hatte sang mutter an der nähmaschine in der küche … Ab und an erzählte großvater witze aus seiner zeit beim 11. garderegiment (1. weltkrieg) – das fand ich erträglich, weil ihm die zähne schon gezogen worden waren …

Advertisements