daß es ein bus älterer bauart sein mußte, war schon an den drei vier stufen zu erkennen, über die man ins innere gelangte, es schien einer jener gelenkbusse, wie sie in der ddr anfangs der siebziger jahren verkehrten, und nahe des zustiegs fand sich eine der zu dieser zeit üblichen zahlboxen, in die man das abgezählte geld steckte und durch betätigung eines hebels den fahrschein zog – natürlich war die box außer betrieb, doch hinter der offenen fahrerkabine entdeckte ich eine noch ältere apparatur, und wer im bus ein ticket lösen wollte, war auf deren benutzung angewiesen: nach münzeinwurf mußte mittels zweier gezahnter räder, auf einer welle lagernd und mit eingeprägten ziffern versehen, der gewünschte tarif eingestellt werden – die ziffern, rot lackiert, glänzten, die fahrgäste im bus schienen sich damit auszukennen, gaben mir ratschläge, indes sollte es mir nicht gelingen, sodaß sich schließlich der fahrer umwandte, bei voller fahrt, und selbst hand anlegte – in diesem augenblick fiel mir ein, nicht die letzte tariferhöhung berücksichtigt, stattdessen einen tarif gewählt zu haben, den es gar nicht mehr gab, ich zählte dem fahrer die fehlenden münzen in die hand … Überhaupt wirkte alles eigenartig, nicht nur das alter dieses busses, dessen inneres abgenutzt, die farbe, ein verschossenes blau – beim einsteigen hatte ich, schon auf der oberen stufe stehend, einer frau mit kinderwagen geholfen und dabei den eindruck, meine mutter vor mir zu haben, grauhaarig, untersetzt; der kinderwagen war leer, und während sie zurückblieb, stellte sich nun eine andere frau als eigentümerin des gefährts heraus, kaum jünger, sicher ebenfalls im rentenalter – ein jeder im bus schien es, oder mochte im moment des zusteigens eine verwandlung erfahren …

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