mitunter verspüre ich ein befremden, wenn zeitgenossen, die jenseits der mauer zuhause waren und mit ihr kaum kontakt hatten, daran rühren, an diesem mal, das für viele ein trauma ist, und vielleicht auch bleibt, solange wir leben, denn ihr bestand dünkte vielen lebenslänglich –

Doch helene cixous hat in einem interview, das cecile wajsbrot mit ihr schriftlich führte und nun in heft 2/2014 der zeitschrift sinn und form dokumentiert ist, außerordentlich hellsichtiges dazu geäußert. Auf die frage, wie sie den fall der berliner mauer erlebt und empfunden habe, antwortet helene cixous:

Natürlich habe ich mich gefreut, als die Mauer zu fallen schien: fortan würde es auf dem Wiesenstreifen keine Toten mehr geben. Doch die Mauer hat sich bloß einen anderen Ort gesucht.

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