Archive für den Monat: Juni, 2014

es wird gar nicht richtig dunkel, nachts, man muß lange darauf warten, und manchmal, gegen morgen, verfängt sich einer dieser falter im dämmerlicht, die sich, einem aufglimmen gleich, allzu rasch verlieren …

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die engel sind bereits unterwegs, die der christlichen luftfahrt, man hört ihr geheul, dies brausen, das scheinbar ersatz für die frohe botschaft, die kaum noch jemand interessiert, die engel sind erwacht, nach totemstarren schlaf, und senden ihre gebete, gleich garben lichts aus mündungsrohren, blitzen aus der stroboskophölle, in der man die eigene wiederauferstehung erfährt, wenn der deal abgeschlossen; diese höllischen geister treibt nichts als das licht, das aus abgründen emporschießt [hier bricht er ab, der text, fünf zeilen nach mitternacht –

die journale geöffnet auf später, las ich morgens gedichte von vesper und huchel, einander verwandten, durchbebt von den erschütterungen dieses d.h. des letzten jahrhunderts, das auch das meinige, das denken und fühlen in dessen kontext, der uns geprägt, sich uns eingeprägt; das vermögen wir auch nicht einfach abzuschütteln, kinder, aus krieg und frieden gleichermaßen erstanden, von ihnen gezeugt, diesen gegensätzen, die sich angeblich anziehen, wie wir es gelernt, in kreide auf die kalten stirnen der lehranstalten geschrieben …

rest von einem traum, es ging um das verfüllen von gräben, ich beobachtete von fern, wie sie mit einer leuchtend grünen substanz, dazu gauck im fernsehen, zu einem anderen thema, hatte beim hinausschauen nur diesen singsang von worten im ohr, wodurch mir das geschehen irgendwie bedeutungsvoll dünkte, so wie damals, als der erste mensch auf dem mond – die flächen indes, auf die ich blickte, waren eben wie die in der tieflandsbucht oder jene rieselfelder im umland von berlin, kaum baumbestand, und was vielleicht dereinst entlang der gräben, weggewetzt –

zeitig durch den wald, in der dämmerung, wenn die tiere verschwinden, als gäbe es kein morgen …

dann herr z. (karamba), blick übern rand der sicherheitsbrille, buchausleihe a-k, dem die leihzettel suspekt, insbesondere jene, die ihre gelbe zunge bleckten, oben auf dem regal, sie heraushängen ließen, aus dem buchblock, verräterzunge, mitarbeiterlektüre – was wollen sie damit? Die älteren angestellten: amerikanische romane, die jüngeren: alles mögliche und eher unmögliche, auf dem gelben schein, handsigniert. Anschiß, wenn einer die signatur vergessen, der signierdienst ausschwärmen mußte, aus dem fensterlosstübchen, und wehe dem, der was wollte, das mit roten dreiecken markiert: da ließ herr z. den klienten antanzen, sich was vorsingen, eine begründungspirouette hinlegen, und sagte dann vielleicht trotzdem: nee – was natürlich ungerecht, aber pfeif drauf, sein einfluß reichte auch in die ausleihe l-z, wäre doch gelacht, die thekenschönheiten lächelten dazu, im chor …