Archive für den Monat: Juli, 2014

jenes wiesenstück bei w., im hintergrund begrenzt von einer ansammlung von bäumen, hohen gräsern, die schon am vergilben – ich kenne keinen näheren ort, mich fremd zu fühlen, fremd und aufgehoben zugleich, und mir ist, als ginge es in der tiefe des raums endlos so weiter …

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„70er, das sind so splitter“ – Wer spricht?

zuerst also in die huschhalle am waldplatz, ein areal, über das drei mächtige bäume wachten, bis polizeistunde; diese kneipe hatte nichts verborgenes, sammelte unterm neonlicht all jene, die übrig geblieben, nichts besseres verdient, und dann zu ihm in den altbausack elsterstraße, hohe räume, erster stock, das fenster im laternenlicht, in diesem schwamm kaum mobiliar, ein doppelbett erinnerlich, auf das wir fielen, zu dritt, der bärtige samt uns milchgesichtern, er in der mitte – nach mitternacht, weit nach mitternacht (oder all die zeit) stand ich am fenster, schaute aufs geschlossene mundwerk der straße, wünschte mich hinaus, es muß im spätherbst gewesen sein, wo die nächte lang und die morgen übernächtigt wirken, überwältigt von soviel schlaf, der unerlöst – allerdings lag ich wach, stahl mich zeitig davon, im mund den geschmack erkalteten zigarettenrauchs …

in mir leere – wie oft müßte ich das wort schreiben, damit es entsprechung findet, den raum ausfüllt, in schönschrift, sicher mehr als die magischen drei mal: sie mir gut, schön schreiben … Schönschrift war nicht meine sache, ich sah das eher als übung, die handschrift zu konfektionieren, oder diente sie der buchstabentreue, die erst gewähr fürs eigene, improvisieren? Diente sie dem studium der rundungen, geraden, endungen? Wohl niemand von uns skribenten glaubte daran, wir saßen in der tinte mit diesem latein, das hürden errichtet, uns zur pein: ein A, das hinfällig, so wie die anderen buchstabensubjekte, ich zog es vor, sie aus der suppe zu fischen, sie auf die schiefe bahn zu schicken, die wachstuchdecke oder auch nur den tellerrand, der sprachlosen glänzenden mund –

lag gestern wie tot, eine kleine weile, hörte nichts, oder doch nur ein rauschen, das, wie sich dann herausstellte, vom regen, diesem grau tönenden schleier, und aufblitzend der gedanke, mein leben begänne erst, eben –

am schwarzwasser entlang, verdeckt vom farn, der sich – ich weiß nicht, wann – gebildet, in einem unbeobachteten moment …