der dreiviertelmond, winzig überm ahorn und doch deutlich wahrnehmbar in seiner kugelgestalt, wie selten. In der ahornkrone der frühherbstliche wettbewerb – all das getier, das gefiedert, bezieht position, liefert sich kampfabstimmungen, hält ernte … Spätsommermorgen dieser art waren es, die mich in den achtziger jahren an den elsterkanal lockten, auf jenes wegstück südlich der schleußiger brücke, das dann im schatten des auwaldes gelegen, diesem tiefen und klaren schatten, nur hie und da durchbrochen von einer lichtschneise, die das wasser, dieses weiche wasser der schatten, an den gräsern der uferböschung abperlen ließ, am strauchwerk, den hagebutten – ich ließ mich gleiten in dieses weiche wasser, es konnte sein, daß ich eine halbe oder viertel stunde dort verharrte, ehe ich zurückkehrte, in die wohnung, wo das licht ernüchternd … So daß es mich immer wieder zum kanal trieb, den august, september lang, wenn die wasser der schatten an klarheit gewannen, ich bis zu deren grund zu blicken vermochte, der trotz der klarheit etwas verschwommen, weil das wasser so weich, es in ihm verwirbelungen geben mochte, oder es sich in schichten übereinander geschoben, sodaß es wirkte wie im flusse geronnenes glas –

[tagebuch 08/IX/2009]

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