Archive für den Monat: Februar, 2016

gnadenlos dies brot, das ich ess‘, der geruch von nikotin an den fingern, wenn ich eines der bücher aufschlage, die den eltern gehörten; noch immer dieser geruch, als schwelte da ein brand im innern …

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wie gut, daß ein herr kaiser da ist, dem man alles sagen kann

vernahm ich eine stimme im wachtraum, und erinnerte mich an jenen legendären werbespot der versicherungswirtschaft, in dem ein gewisser herr kaiser sich durch die stadt bewegt, gegrüßt und gekannt von aller welt – das muß in meiner wiepersdorfer zeit gewesen sein, mitte der 90er jahre. In j., dem ankerpunkt der bahn, gab es einen supermarkt der kette gleichen namens, und an den dachte ich anfangs, wenn ich den spot sah, hatte dabei die vom bahnhof in das ausgepuffte spätmittelalter führende straße vor augen, das eigenheimeinerlei auf dem weg dorthin. Auf der bank vor einem der grundstücke harrte ein gesell aus, den ich im ersten augenblick als lebendig erachtet, auf dem rückweg zum bahnhof lagerte er rechterhand, mit steifem nacken …

träumte mich ins parterre einer behausung, die gemauerte duschkabine, ohne vorhang, innen gefließt, weiß, ein paar stufen tiefer, gleich neben dem hinterausgang, und man mußte sich erst noch ein stück um die ecke bewegen, ehe sie einsehbar, und da war es möglicherweise schon zu spät – ich vergewisserte mich also, tatsächlich verbarg sich eine gestalt im winkel, in dunklem zeug, ein mann, der nicht zu dieser wohnung, nicht zu uns gehörig, oder ich vermeinte ihn zu sehen, der möglicherweise nichts als den schatten eines ereignisses vorstellte, und so es also nur ein schatten, stiege ich die stufen wieder hinauf, unbehelligt, mit aus dem takt geratenem herzen …