Archive für den Monat: Mai, 2016

wir verschwinden im kosmischen nebel, irgendwann; am morgen der irdische, über den baumkronen, der ein grau zeitigte, das den horizont aufhob (was da war, währt, sein wird, ist schon passé, beinahe – tote metapher oder klammer, dies beinahe, nichts von nähe, nichts von bestand; eiterung verursachender wundverschluß, unakzeptabel, das sagt alles; ohne geräusch senkte sich der vorhang …

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jener bahnhof, ein haltepunkt eher, an dem ich vom bus in die bahn wechseln wollte, erwies sich als gesperrt, durch die gitter des bauzauns vermochte ich zu sehen, daß die pflasterung des bahnsteigs zu großen teilen herausgerissen worden war – nun konnte ich zum bus zurück, der immer noch an der haltestelle, oder alles weitere bliebe offen – für das naheliegende entscheiden mochte ich mich nicht, die hände am gitter, auf diese verwüstung blickend, das gleis, das buschwerk jenseits, das land dahinter, flach, mit aufwuchs, halm, gras, unkraut, es war nicht zu erkennen, was, dazu war es zu dämmrig, indes die wolkendecke, glatt gezogen, ein licht aussendete, das alles überblendete …

halbwach lediglich in der sekundantenrolle für das hirn, das selbsttätig bilder und dialoge produziert, so wie am morgen, als von vater die rede, der zwar abwesend, aber noch am leben, und an den die empfehlung ging, nichts zu sagen jetzt, was das beste in seiner lage (welche lage? war ich versucht zu fragen, im wissen um seine letzte ruhestatt) – jener, der sprach, trug ein hellbeiges hemd, eines, wie auch vater es hätte tragen können, den obersten knopf offen, dies bisschen spiel für die gurgel, statt eines krawattenknotens, der, so schien mir in der kindheit, auf die kehle drücken mochte und so für vaters schweigen verantwortlich war …

in der nacht kaum tau, die wetter stehen wohl heute an; gestern nach zehn noch eine runde gedreht, der katze wegen, erfolglos, ab und an nur einen ihrer gefährten gesehen, hier im revier, und das bedauern, sie nicht einfach fragen zu können, weil man ihrer sprache nicht mächtig (was vielleicht eine sinnvolle menschheitsaufgabe gewesen, die sprachen all jener zu erlernen, die das gesetz zu mitgeschöpfen erklärt hat: solch biblischer zungenschlag im laizistischen staat, der so gern auf christliche kultur und werte insistiert, auf tugenden, welche er selbst doch beständig verletzt -)

[für die Anregung, Tagebucheinträge aus zurückliegenden Jahren auszuwählen, geht mein Dank an Florian Becker, der den Blog TagesTinte betreibt]

In den arbeitsnotizen zum traum aus den 90er jahren fand sich folgender text, der wie die demoversion einer traumaufzeichnung erscheint:

In der ferne ein roter wagen, die spritzpistole des feuerwehrmannes hebt sich schwarz vom lack des fahrzeuges ab, braune nester von pfützen auf den gehsteigen, im beigen mantel der mich bedrohende fahrzeughalter, gedrungener körper, gezwungenes lächeln, überm kragen geschwungene augenbrauenfalter – ich kehr ihm den rücken, laufe durch die pfützen davon

nachts vom camp in den vorort, in dem x wohnt, ein kollege – „komm doch einfach mit“, meinte er, für mich war es der letzte tag; busfahrt durch lichtleere, stopp am bahnhof, langgestrecktes eisenbahndepot, wie es früher charakteristisch, alles im fahlen schein der laternen, und x sagt: „ich wäre nicht x, wenn ich nicht vorgesorgt hätte“ – zum häuschen ist es noch eine strecke, doch ein paar meter weiter hat er seinen lieferwagen abgestellt, da können wir einsteigen, er mit mir vorn, y und z hinten, in den laderaum, vor der abfahrt nur eine zigarette auf die schnelle, die kette einfamilienhäuser straßab, deren fassaden weiß und etwas gespenstig, verliert sich im dunkeln, x raucht, y und z stecken sich die zweite an, am bahnhof etliche versprengte …