Archive für den Monat: Juni, 2018

es gibt keine haftung für hoffnungen mehr
das langgras, gilb, wurde am vortag geschnitten
du könntest mit dem schwadwender kommen
es noch mal drehen, doch die zeiten sind passé
du schaust auf die reihen silbrigen glanzes
die sich im licht verlieren –

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dort, wo sie dir um die ohren schlagen: die herkunft
den ungenügen erzeugenden pass, du passt nicht
hierher, sagen sie, reden sich nährlich an dem, was
du nicht hast: geh nach hause, in deine endlichkeit, die
schon vollendet – und was ist mit der sehnsucht
der bäche, fragst du noch, ehe der schlagbaum fällt

wer spricht:

gib deinen anspruch auf und laß geschehen
treiben, austreiben, was in diesem geschehen
verborgen ist, sprich nicht hinein
vergiß dich, laß dich: sein

[dies notierte ich 1992, und der kontext schien ein sehr persönlicher – heute irritieren mich diese zeilen eher …]

 

möglicherweise die erste, an jenem ort, an dem sich ferienhäuser aneinander reihen, die hier morgens kurz nach vier auf die straße blickt, punktuell erhellt von grünlich-weißem laternenlicht, ab und an blinken die wegleuchten in den gärten auf, leuchten weg, was sich bewegt, die fühler von gräsern, zweige eines strauchs, jegliches getier – nichts zu sehen, wer läßt sich auch freiwillig darauf ein zu dieser stunde, außer einer verlorenen seele vielleicht, auf dem weg zu sich selbst, während im radio die stimme der landrut, die nicht trägt …

dies irrlichtern abends von weit hinterm horizont, der mai lässt sich gehen, ein letztes mal sich umdrehend, in nachbars garten zieht einer den rasenmäher über die schon gilben stoppeln vom vortag –