Archive für den Monat: Oktober, 2018

morgens in der umdrift, ein totes reh am dörnichtweg – was sucht ein reh in der umfriedeten unzucht von gärten, wo motoren das sagen haben; zwei starrten auf das wesen, das vordem tier gewesen, ein zivilist und ein uniformierter –

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„fern, das Erscheinen der Robinien“
(Rainer R. Mueller)

im traum, morgen für morgen, deren kette entlang, aufwärts, zum grund, wie könnte man trau’n, jeglicher wiederkehr, und mochte nicht stehen dort, an den gleisen, wo wir die vokabel warten buchstabierten, silbenweis, unterm industrielicht, bis der grund verdorben oder vielmehr vergessen, im seinsverlust, von neuem begründet, auf was –

scherenschnitte werden wieder modern, in bälde, sagte der engel, die musterbögen gäbe es schon, etwa von ausgestorbenen arten; in bälde liegst du dann lange zeit wach, das sterben wird dir nicht vergönnt sein, vor dem tag –

am magic-circus vorbei, nach der letzten vorstellung, ein mann in hut und jacke quert die grasnarbe, den vorplatz mit den fahnen, eine person, die im dämmerlicht zunehmend an kontur verliert, die mondsichel seitlich der zeltkuppel dreht sich weg –

mit verwunderung schaue ich mir zu, sagte der engel, wie ich neuerdings immerzu gedanken verliere, was auch den verlust von worten zur folge hat –

sie sprechen vom weggehen, am tisch vor wie an jenem hinter mir, von freitagen, an denen es ernst wird und man sich lieber nichts vornehmen sollte, der reisenden ziel scheint ausgemacht, doch nicht dasselbe –

mittags eine leere in mir, am strand von a., kein gefühl,
schwerfüssig durch den sand, vor den schaufenstern
der bunten stube ein älteres paar, sie erzählte, er sagte
immer nur ja, in abständen, obgleich ihren sätzen nicht
der charakter eines monologs eigen, beide untersetzter
statur, wie meine eltern, flügelpaar, in den lüften bang,
wir beobachteten über uns möwen, die gegen den wind –