Archive für den Monat: März, 2020

in zeiten des sich auseinander findens dieser hohe ton /der kälbermond zeigt sich im oberlicht, naht in feinen stichen, venus hälts zusammen /und irgendwo im raum die große explosion, deren lichtschwaden wir noch erkennen können, obgleich sie längst verloschen –

sie träume nicht mehr, sagt sie, für träume sei es zu spät, während am morgen im dämmerlicht das rot der dachziegel aufscheint, als gäbe es noch einen raum, sich zu vergessen –

freigang morgens, ein paar schritte im universum, oder zwei häuser weiter, ohne kapitalanlage, das denken fällt schwer, doch leichter wirds, um jahrmillionen, wenn du die atemfahne geflaggt, im gegenlicht voran, die zukunft ist ein groschenroman –

schreib ich weiter oder lass ich es bleiben, diese überbordenden sendungen, die einen besinnungslos zurücklassen, so wichtig sie sein mögen, schiffsmeldungen, wasserstandsmeldungen, pegelstände, die besagen, ob wir noch über wasser mit dem kragen, und was zu tun ist, damit … – dynamit in unseren worten, auf den zungen, jedes licht bedenkt ein anderes, spricht, täglich in diesem fixraum von bekundungen und pamphleten, schon fragen sich die digitalen sachwalter, wo und wie das alles zu verwahren, wo der stillraum für abgelassene daten, abgeschworene worte und geschwüre, die infektiös –

landskurve, einen bogen schlagen um alles, wir nehmen das graupapier, jenes, das leicht reißt und horizonte entblößt, in die post damit, flugs die kurve genommen oder am baum zerschellt, zukunft war immer, auch ohne verheißung, sie tönte bei jeder radioansage: gleich, oder wir blickten in die weitere von sternen – magst mein nachklang sein und laut geben, ehe er sich verschläft, ein jahrhundert oder mehr –

die stadt hielt ihre flüsse gleich gestein/ schutt, den scherbelberg hinan, der altvorderen hang und gäbe, lebst nimmerlang, wo’s quellt, dies lotterleben/ standest da oben, schau über lang, rathaus denkmal, der kriege zeck, alles gewein, sahst blinken da unten die lache von fluss, nirwan, dösen, doch nicht vergessen, der landschaften losung, überkellert, kopf & dock & tot, musst’s gesehen haben, denkmal, biedermann, rot & tot, der flüsse stahl, in scheinbarkeiten abtauchend, du/ durch die keller der flüsse zug, salpeters drang zu nebensächlichkeiten, der briganten zwang, feuer zu fangen/ stahlst dich voran, in die neue zeit –