Archive für den Monat: September, 2020
nach allen dingen, hatte sie gedacht, lässt sich langsamer leben, sprechen, laufen, nur vergaß sie das immer wieder und legte noch einen schritt zu –

immer die befürchtung, sie brächen ein und mit ihnen der damm vorm museum, auf dem ich stand, mit blick hinüber zu den neubaublöcken am rande von h., und wie oft fuhr ich diese straße, passierte die reihe der aufgänge, abgeparkten wagen, und dann die kette der winzigen häuser an der tokio-road, fast eingesunken in ihren grundstücken, eine straße, auf der nie jemand zu sehen, ungewiss, ob es an der tageszeit lag, eingebunkert unterm licht vom kachelmond, im widerglanz der daseinsscherben, eingefriedet, ohne passierschein keine kontrolle, höchstens kulturtransfer, east meet ouest, so ungefähr, und ziegelbrot zwischen den lippen, als tagesnahrung, an gemäuern entlang, und keine hand ausgestreckt, die tokio-street hinab, und später hinaus auf die überlandallee, über stillgelegte gleise von zügen, auf die nicht mehr aufzuspringen, länger, trümmerbahnen, die trittbretter eingefahren, gegend für tragödien, zimmertraumen, das blut geronnen, der orkus zieht sich zusammen –

man wird im alter immer unscheinbarer, durchscheinender/ da liegt einer mit der nase auf dem asphalt, und man bemerkt es kaum/ oder wie mutter, die in ihrer lichtgrauen jacke nur mehr ein lichtpartikel auf der straße, das gelegentlich im scheinwerferkegel aufschien und alsbald wieder verlöschte

mond war einer, der gelegentlich in der runde auftauchte, im gefolge der k., wir nannten ihn so, weil sein gesicht außerordentlich bleich und ohne haar, und hießen ihn so, wenn er im abgang begriffen, zeitiger als die anderen den schankraum verließ, wir ihm nachblickten, der zunehmend nur mehr eine sichel, bevor sich die tür schloss – die k. wusste nichts davon, mond nicht, und wir blieben uns jede erklärung schuldig –

manch einer muss sich in den bergen verlieren, auf dem rückgrat der zeit, die auf und abtaucht, je nachdem, manchmal, wenn der wind nicht zu spüren ist, gelangt er in tiefen. Ich habe zu viel getrunken, sagte der engel, und kann die stimmen nicht mehr hören, nur das tropfen in meinem inneren