Archive für den Monat: Februar, 2021

dieser orangefarbene ton vor sonnenaufgang am westhorizont, ein böiger wind, der auch nachts nicht zur ruhe kam, den einen oder anderen unruhemelder anschlagen ließ – was früher die hunde, sind die allzeit potenten lichtwachen, man schläft sich in schlaf und sieht sie aufblitzen, soviel höfe von licht, dass die nachtdunkelheiten nurmehr inseln darstellen, inseln, die unzeitgemäß erscheinen, obgleich sie unsere zukunft sind, solvente wasser, gewissensgefälle – man schläft sich in schlaf, wacht eine weile, bis einem die herkunft der bilder gleich, wie die tatsache des traums – die tage ereignen sich mehr, als sie geben, sie vergehen eher, denn ich sie erlebe: der ereignishorizont liegt hinter dir, ohne gedächtnis, also bleiben nur die unruhestifter im hof, die dir das eine oder andere zeichen setzen, deren deutung dir fern, schläfst, wachst und bedeutest dir nichts –

für Ulrike Bail

säumnisse in dieser landschaft, wo mutter ihre pfade gegangen, entlang der strichlinien und nähte von feldern, autobahnen, ihr schatten machte sich lang, auszuruhen von der beugehaft über der heimischen maschine, so spulte es sich ab, täglich, das dasein, die morgen am faden, deren ränder versteppt, blick in die himmel, auf die schnittmusterbögen, das gewirr von wegen, die abzufahren, auszulassen, und dann der kreidestrich, bald verblassend –

schwindlig von den s-bahnfahrten in der endlosschleife, ich nächtigte ein in dieses programm nach sendeschluss, abend für abend, diagonal über die bettstatt gestreckt, eine hand auf der fernbedienung, die nicht mehr richtig funktionierte, kaum noch bestimmbar der zeitpunkt fürs erlöschen des traums vom tagende, wenn man, mit sich allein, in ein weißes flimmern erwachte –

sagtest du apolda, liebtest den weißenfels von allen, auf verlorener strecke, folgtest der saale stromschnellen, ehe sie dir aus den augen rann, wie kann man den blick verlieren, worauf wofür, was nur noch eine metapher für begebnisse, wir ersterben ins jetzt, das macht kein dunkel wett (und überhaupt, zuviel dunkel in deinen gesichten, sagte vor jahrzehnten wer, in einer anderen zeit alter, zuviel dunkel, zuviel lohe entzünden den vers, dachtest du, hobst die schultern –