Archive für Kategorie: Uncategorized

er sagt, das ginge vorüber, die neigung zu wertpapierbesitz, das führe nicht unbedingt zur besessenheit, ein paar nummern früher oder später, das los entscheidet, ob du springst und den sessel sessel sein lässt –

Advertisements

In welchen Situationen entstehen bei Ihnen Gedichte?

Im Gehen, manchmal auch im Liegen. Liegewagen 2. Klasse nach Krakow, 1973, nachts, oben, es scheint, als rangiere der Zug immerzu vor und zurück, durch einen Spalt im Vorhang kann ich Lichter erkennen, der Schatten Dürsten nach Licht, Körperlichkeit …

er schwor auf die hausgemachte diät eines gewissen dr. ***, der engel aus dem erdgeschoß, scharlatane kreierten die besten drogen, sagte er und wies auf die kartons voller büchsen und schachteln mit nahrungsergänzungsmitteln im flur, genug, die nächsten jahrhunderte zu überstehen –

der vierte wird mich länger beschäftigen, ein engel besonderer art, ein verlorener an die niederungen des geschicks, an bedeutsamkeit wie geist eingebüßt zu haben: alles geht durcheinander, das ganze mendelsche system, das wissen über pflanzen, gekreuzt mit wem? Dem professor oder der moderne, mit darwins licht, dem der leugner, dass die erde nicht mehr als eine disk im universum, deren farbenspektrum allmählich verlischt? Was er in den boden gebracht übers jahr, ist schon verdorrt, marsianer betreten den planeten –

in der unbeugsamkeitshaft, es ist eine einbildung, davon zu kommen, vom engel im parterre keine spur, nur ein leuchten allabendlich, aus zimmern, sonst nichts, nicht mal der anschein einer silhouette, die verrät – was? Dass es sich um ein wirkliches handeln könnte … Gehst, genosse zweihundertprozent, planerfüllung, überzeugung oder sonstwas, überzeugungstäter sind wieder in

zweihundert jahre sind nichts, sagt der engel aus dem parterre, die sitze ich ab, wenn da überhaupt noch wer ist, das strafmaß zu bemessen, die seiten im buch der richter sind leer – 

für Uta Ackermann

er weiß nicht mehr, wo die lücke im zaun, es gibt kein zurück, nur ein sich bewegen längs, durch gestrüpp, unterholz, das knacken und knistern allgegenwärtig, da ist wer, einer, der sich nicht kennt, nicht zu erkennen vermag im flurlicht, der grüngetönten anmutung von was, das wildnis vorstellen könnte, freigang, und jenseits derselbe ton, als vollzöge sich da was parallel, ein tier, das immer auf der höhe deiner befindlichkeit, dich laufen lässt, doch nicht los –

für Uta Ackermann

sie stehen morgens auf dem rasenstück, der versengten grasnarbe, wo nichts mehr kommt, ums sprungtuch gruppiert, auf dem es ab und auf und ab geht, sie schauen zu, können nicht anders, sammeln ein, was zu boden fällt –

für Uta Ackermann

der engel der niederungen über mir, der raum voll schwerer luft, ich sah ihn nie, spürte allein die last, und einzig die engelskohorten, die per lift aufstiegen, schilde vor der brust, so wie früher, als das recht noch gebeugt, hierzulande, vor der niederen antlitz, die kohorten stiegen auf im lift, hielten ihn besetzt, fuhren wieder hinab, als berichterstatter, machten die fahnen knattern, und blieb nur der blick in den fahrstuhlschacht –

& siehe, es fällt
(R. R. Mueller in „Schneeschaun“, erste Zeile)

es fällt schnee, was oder wer fällt, lässt ihn – ist schnee ein subjekt wie der mann von gestern auf dem rad, der sich weder entscheiden mochte, zu fallen, noch sich zu halten, in der kurve, die strasse aufwärts, über eine stunde, mehrere tage hinweg, der schließlich ruchlos verschwand, was taute auf oder ab ihn, rührte ihn zu tränen, bedrängte seine wasserseele, selbiges nimmt man gern auf, dass da was fällt und taut, so ohne veranlassung, es ist immer ein anderer, etwas anderes, möglicherweise sogar ein mädchen, eine metapher, deren umlaut im rachen eine dehnung erfährt, das macht nichts, es gibt kraut und kartoffeln, der herr nimmts von den seinen im schlaf und tafelt auf, wenn schnee fällt auch in der diele, wir übernehmen jegliche unkosten, lassen es heraus und schneien herein …