in zusammenhang mit den anmerkungen zum böhme-band beschäftigte mich die frage, was dahintersteckt und was transportiert wird, sich spricht, wenn ein autor, eine autorin so viele naturdinge im gedicht trägt, sich auf beobachtungen in der natur (oder was wir so nennen) bezieht? Ist es uns eingeschrieben als programm, von früheren verhältnissen her, bis in die romantik hinein, ins industrielle zeitalter, oder ist es heute, in der xsten postmoderne, eher der verlust, nicht nur von natur, sondern auch einem intensiveren verhältnis zu/ mit ihr, sensibilität dafür? Eingeschlossen darin die natur des menschen? In der art, wie wir wirtschaften, leben, im großen wie im kleinen, strukturell. Das fände ich zumindest weise, denn garten, dieser ersatzort, ist nicht natur, nicht die art von garten, wie er hierzulande zumeist be- und hergestellt wird, garten ist dominant als accessoire, man lässt nicht viel zu, denunziert vieles als unkraut, unkraut des jahres, wahlfach alchemie, was blüht uns da im sensenhort, was lassen wir über, was sein und sprechen von naturliebe dabei, auch ich falle gern auf worte hinein –

errichtest einen tagebau, suchst schutz darin, stäube hegen dich ein, du erzählst die verse vom haben und vom sein, dir bleibt nichts als der alltägliche abrieb, denkst an fluchten aus dem bau, versuchst es nachts im traum, mit jener lok, die du schon kennst, deren fahrt auf dem blindgleis endet –

wenn er im sommerzenit auf der asphaltbahn im gelände, die unter der hitze blüten trieb, längst der schatten bar, die dereinst alleen gegründet, allein der blick in die weite, zu den schloten am horizont, da war kein fluß, kein meer, nur festland, mit straßen und schatten ohne bestand, mit reihungen von masten, die hier den takt bildeten, er bewegte sich von takt- zu taktstrich, welche strecke, ein maß, voranzukommen, das festland, das so wenig halt bieten mochte, zu verlassen –

die imaginationsmaschine bildet die summe aus allem, verwandt der maschinerie des traums – jene zwei alten am morgen, die die strasse hinauf, mit spazierstöcken, nach vorn geneigtem körper, geneigt gleich einem der laternenschäfte neuerdings, nahe der kreuzung, als ob er verharrte in der absicht, sich dem asphalt in anderer weise hinzugeben; all die träume von hinfälligkeiten im alter, seit kurzem, in der verwandtschaft kenne ich keine person, die je am stock oder so –

wünschten uns dorthin, wo ginster durchs gelände streift, in reihen, deren gelbe brustwehr du vor augen hast, dazwischen das taumeln von gräsern, sie gäben was fürs fortbestehen, wenn der ginsterbüsche wehr fällt und bräunlich wird, an den rändern/ fluren dieser art tragen keine namen, nur nummern, ziffernfolgen, die zu vertauschen man im begriff, hier kommt selten einer daher und markiert den starken, zeugen hätte er keine –

zu viel kaffee im verräterblut, abholzung innerlich, alles macht auf landflucht, die bühnen liegen hinter uns, du warst kein vorziehpüppchen/ rufst du, schallt es aus dem pixeluniversum: never landing never landing, no return, folgst den unterirdischen gräsern, die durch risse im asphalt atmen –

er träumte, nur noch ein bein zu haben oder vielmehr, dass er eines jener geborenen einbein-wesen vorstelle, von denen er einmal gelesen, sah es lang ausgestreckt, auf dem bett, blickte an ihm hinab zum fußende, es schien von dunklerer haut, vielleicht auch behaart –

dass ich wieder und wieder zaudere, zu beginnen/ draußen schwebt der flaum von linden und pappeln vorbei, deren kronen über nacht flügge geworden, in nächten, deren schlaf, deren träume ich verpasst/ ging nur umher, sah, geblendet vom bildschirmlicht, ins schwarze und erinnerte mich an die schwarzen teiche im braunkohlenrevier, am rande der ortschaft, an deren bahnstation ich gelegentlich den zug verlassen, eine vor der eigenen, und kilometer zu fuß nach hause lief  –

ausgekohlte gruben, verkohlte existenzen, nicht des tabaks rauch, das grau der asche, ein leben vor auf und hinter der kippe, dem neugebirge, zerklüftet, das samen rätselhaften ursprungs barg, da ging was auf, dazu die klänge der eimerkettenbagger, bänder, der e-loks aus dem grund, als ob dort vögel nisteten, scharen davon, zugvögel, die man nie zu gesicht bekommen würde, oder nur selten, wie die erden, jahrmillionen alt, braune krume, herausgebrochen, domestiziert zu briketts, vor den häusern abgeladen, du hattest grus auf den wangen, jedweder dunst über der stadt trug ihn ein, das herz hing an der schaufel, das kratzen im rachen wurdest du nie wieder los –

kohorten ziehen durchs gelände, baumschatten gleich nebeln, hinterm elterlichen block, wo das niemandsland sich streckt, das nur sich selbst gehört, in augenblicken, bis wer vom amt die bestände von neuem durchforstet, die akten öffnet, für den investor, der ein geweih trägt – er lässt die enden blitzen und hebt mit einem wir an, das konsortium trägt den namen einer exotischen pflanze, die visualisierungen wirken wie geleckt, verschmutzbar, was zu beschmerzen, das idyll im daseinsbunker lockt –