pflöcke gegen das verstummen, vor welcher wirklichkeit, im überhitzungsherzschlag, überrascht von den mühen des abfalls/

bakelit, das blecherne ich verbeulter töpfe, früher, durchblick-ich von glasscherben, erden sand steine dazwischen, wucherungen, unzügelbar, die deponie ein sagenhaftes universum zum fehlgehen, glutnester, schweldämpfe, stanniolfähnchenflitter, der am ehesten für was nütze, silbrig, zinnfarben, dinge, die wir nicht zu kennen meinten, dabei die sage davon in uns, in ausgesparten eltern-/großelternsätzen daheim, die noch kein schritt zur deponie gelenkt, und nicht mal vom abfall geträumt, wollten von den aschen nichts sehen, womöglich selbst schon verascht im innern, bitter, unbegehrte früchte, süßer waren die der maulbeerbäume, die auf gründen zwischen haftanstalt und siedlung, auf einem streifen grüns, etliche unserer sommer lang, man arbeitete sich auf, bürgte sich heim, der mutter mund erzählte geschichten, der des vaters eine schärpe, glänzend im licht und ohne geschichte –

wir haben es verzappt/ verglühn für einen wohlstand im zimmer/ morgens abends der gluten hauch, auf trockener zunge/ später, dachten wir, später, oder nie/ rauchts uns auf, kombattanten im all, das geschick, glaubten nicht, dass es sowas wie schicksal gibt/ der mond eine nummer zu groß für uns, die froststarre seite, kommen nicht drauf, eher überkommt es dich, sprichst dich in rätseln aus, senkrecht waagerecht quer –

der mond mit gelbem finger, quittegelb, wie mutter und auch andere sagten, so es sich um die finger eines rauchers, einer raucherin handelte, zeige- und mittelfinger, zwischen denen die meisten die zigarette halten, und auf diese weise zwanzig oder dreißig aufrauchen, am tag, eine schachtel, die bedeutung der raucherbiografie bemisst sich danach, eine schachtel, vielleicht auch mehr, was schon der ernsthafte ausdruck eines willens, insbesondere bei alleinrauchern, die keines anlasses bedürfen, zigarettenlängen über schweigen können, nicht wie wir damals auf dem hof der lehranstalt, bei denen eine zigarette schon die zunge löste und man gar zu bekundungen bereit, die es ohne den klang des rauchs nie gegeben, nicht diese offenherzigkeit angesichts des schmelzpunktes der glut – gegebenenfalls zündete man sich eine weitere an, die energie noch ein wenig zu erhalten –

uns blüht ein morgen, ohne immortellen, letzte betrunkene kehren heim, folgen der straßen lauf, stecken fest, krepiertes geschoß, lauten später aus in den blöcken jenseits der lines, die das hiesige viertel von dem ihrigen trennen, nur straße nur lauf, verlauten und aus/ hier das dämmerungsbemühen in einer welt von gestern, der morgen blüht auf, kein lufthauch blättert in den zeugnissen ins kraut geschossener existenzen, die ein anderer wind aus den kommunalen kübeln geweht, über nacht, wie von selbst, beiläufig wie unsere bewegung durch den raum, den sorgsaum eines verlangens, das wir als solches gar nicht mehr zu denken vermögen, vielleicht, das unverlangt versammelte, nur abfall von verhältnissen, in dosen verabreicht –

träumte, das fahrrad geschlossenen auges eine freitreppe hinaufzutragen, des risikos bewusst, eine stufe verfehlen und stürzen zu können, doch gelingt es mir nicht, die augen zu öffnen/ später stehe ich auf der plattform einer vorortbahn richtung neustädter bahnhof und erinnere mich, dass ich den traum mit der freitreppe vor der fahrt notieren wollte, was im moment nicht möglich, ich schaue hinaus, wir passieren landschaften, die keine sind, eher gelände, grünscheckig, der nicht-landschaft hinter g. ähnlich, wo man über weite flächen hinweg bis zu den rändern der tagebaue sehen konnte, zu den anlagen der elektrischen kohlebahnen –

jener bunker, den wir in unserer kindheit entdeckten, an der leinestraße, die von d. nach d. führt, noch immer, in höhe der wiese, auf der damals die margeriten dicht, und zwei jahrzehnte später die parzellen einer kleingartensparte, von pächtern bewirtschaftet, die sich nicht entscheiden mochten, ob sie sich dem ortsteil d. im süden oder jenem im südosten zurechnen sollten, südosten bedeutete: anstalten, haft- und nervenheilanstalt, zwischen beiden die gärtnerei, die zaunslatten dort saßen locker, und hier der bunker im niemandsland, aus gelblich-verschossenem beton, dessen stahltür rostig und ohne schloß/ schlüpften wir hinein mit unseren vogelherzen, spähten durch die öffnungen, die füße auf dem boden, der von betonbrocken übersäht, es knirschte in und außerhalb von uns, das taglicht fand sich in einer falle wieder, doch wir sollten nichts finden, keines jener zeugnisse beredten schweigens, weder munition noch waffen, oder ein foto, das vielleicht einem der straßenschützlinge aus der hosentasche gerutscht –

sonnenlicht rinnt die stufen hinab, im treppenhaus, schlägt auf dem unteren absatz auf/ du musst gegenwärtig sein, mit diesem stich, den du im rücken spürst, lehnst an der wand wie abgestellt, der blick geht zur kiefer draußen, deren stamm entflammt, hörst es rauschen, knistern aus deinem innern, und dir vergeht gleich dem schmerz die erinnerung an jenen lang zurückliegenden morgen, als du allein in der wohnung eines fremden erwachtest –

schlags mir um die ohren, das notenblatt, mein geheul erklänge in dur, kopfnoten hauptnoten und das schöngeistige gesicht, nur geschichte geographie und musik, hafteten mir an wie graphit, schalteten ab, was funktionieren sollte, das ding lief nicht, stauchte die bleistiftspitze aufs papier, karawanen von lettern zogen darüber hinweg und ließen doch keinen zusammenhang zu: wer, was, wohin, zu welchem ende, anderes schien nicht zulässig, als ans ende zu denken oder von ihm aus: du wirst mal landen, wo man tag für tag auf der kreisbahn runden dreht, stirbst ohnehin alsdann –

der nachtfahr draußen, diesmal mit rötlichem fell, lässt die bewegungsmelder aufblitzen, immer wieder/ ich würde für dich die bäume zählen, sagt er, mich im geäst verzweigen und behaupten, dass es nichts zu erzählen gibt –

der frühherbst des jahres ’74 längte sich, nächte hinein trieb er blüten, den zeitgenossen in den lesesaal der ub, er schien wurzeln auszutreiben, an unzähligen abenden im fahlen sehlicht zwischen den regalen der freihandbibliothek, und hoffte eigene zu finden, die literatur über entfernte kontinente dünkte ihm für die suche nicht zu fern, das jahr gab schon zeitig seine abschiedspartys, löste sich auf in ziffern, dem augustseptember folgte der november, dessen dunkelheit mit einem schlag alles vorangegangene auslöschte –