das gesumm einer fliege im doppelfenster, als spräche jemand mit mir durchs telefon, und ich, in meinem raumanzug, auf irrfahrt, kosmischer passagier, summe von dialogen …

abgetaucht, gleich einem dieser vögel, die die tagluft nicht mögen, sich knittrig geschlafen, auf dem sofa, morgens viertel vor acht, wenn auf der straße die gleitzeitpioniere, ohne rettungsschirm an der börse, während das ich im suchtmantel verharrt …

wieder eine nacht, in der nur der fahle schimmer, links, von der klinke der tür, wohin sich mein blick zuerst wendet, im erwachen, in diese dichtere formation dunkels, in der die klinke allein, als hätte sie das licht aufgespart, ein leuchten von innen, weniger die furcht, dass da wer –

von der kälte kein wort, sagten sie, es war in der dämmerung, dunstschwaden, grau blau, ein blick hinab auf die strasse, den asphalt, der boden gefroren, kristalle hatten sich gebildet, an den rändern, im wahn, spitze nadeln, klingen, scharf, gleich der unserer stimmen, von der terrasse herab, und von der kälte kein wort, wieder abgetaucht in der tönernen schale lichts, himmelwärts –

ist das ein beweis, dass du als kind schon dem tod unters augenlid, schattenlid geschaut, im schatten jenes langgestreckten gartens, in den die hortgruppe nachmittags geführt, in schatten, die von hecken und kiefern herrührten, die diesen wiesengarten flankierten, am rande des musikerviertels, in jenem garten, den wiederzufinden du wenig später schon nicht mehr in der lage gewesen …

morgens schauer, das regenschirmgerippe seit monaten im eimer, an einem der straßenränder im viertel, der tod lauert im mundwinkel, macht sich keinen reim darauf, durch hamburger straßen jagen behelmte kohorten, einsamer nie auf den lippen …

* Titel eines Songs von Heinz-Rudolf Kunze

beobachtete männer in gelben overalls, scheinbar auf der flucht, im hintergrund eine lagerhalle, davor ein platz, betoniert (ganz ohne gesang), viel grau, und seitlich ein erdstreifen, die böschung, heckenbewuchs, kurz, nichts zum verstecken, das gelb kenntlich, wenn auch angegraut, es fielen schüsse (sagt man: es fielen, fallen – patronenhülsen fallen zu boden, während das projektil … – mein sinn war bei den männern, deren stimmen leise, in hockstellung gehend, obgleich das nicht mehr sicherheit bot, doch die stimmen dünkten mir eine schicht laub, die nach und nach alles überdecken, unkenntlich machen würde –

der tröstung landschaft – die zeile kam mir, als ich das gelände des fontane centers passierte, dieser mehrwert-deponie, in der die bäume, in reihe und von gleich hohem wuchs, eine art schönschrift der ordnung darstellen, der zuteilung und anmutung …

nahm noch wahr, unterm äthernetz, dass über mir gesprochen wurde, dabei von einem schwarzglimpfling die rede war, was irgendetwas mit dem kopf zu tun haben mochte, dem hirn, mit arterien oder lappen, in die man einen schnitt zu machen gedachte – als ich erwachte, saß r. neben mir, und ich sagte, die akte müsste es noch geben, angelegt in jenem sanatorium in s., in dem man mich einst unter die lupe genommen

mangels perspektive ein gewisser hang zum unerkannten, zwanghaft beinahe, das zeichnete ihn aus –