nach süden, auf dem grat einer anhöhe, manchmal dicht darunter der pfad, von gräsern bedeckt und diese wiederum von einer schütteren schicht schnee – diesen pfad habe ich so oft passiert, per rad, auf der rutschigen grasnarbe, wo nur platz für einen, richtung z., was auch heißen könnte: vollzug, z. von was, tagebau, tagegrab, zwischen den büscheln von gras, bis dahin, wo der weg abbricht, vor einer wucherung von gärten, gebäuden, ziegelmauern, dies rot geronnenen bluts, da entlang, über die mauer in einen der gärten, über den zaun in eine andere unfreiheit, unlaub am boden, spießrutenzucht, also ein letztes mal, zu fuß, man trug mir nichts nach –

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rote lämpchen an den auszahlungsautomaten, die apparat defekt signalisieren, so gliedere ich mich der schlange an, die sich vor dem schalter gebildet, aber plötzlich ist nur noch eine person vor mir, als hätte wer den schalter in punkto geschwindigkeit umgelegt, es ist eine dame im kostüm (so heißt es noch immer), dunkelblau, die ihre kontonummer nicht richtig zu erinnern vermag resp. bleibt immer eine ziffer über, was unmöglich, zumindest in dieser institution – sie entfernt sich von der theke, ich darf schon hoffen, rückt unvermittelt wieder heran, in der tasche kramend, nach dem nummernlos, dann erneuter rückzug, was ihren begleiter irritiert, und nochmal einen schritt zum schalter hin, scheinbar ohne neue erkenntnis, sie schaut der angestellten ins gesicht, lange, ich drehe ab …

hat es sich erledigt, das städtchen r. – im liegen erinnerte ich mich des garagenbaus mitte der 70er, der unmengen zement für den vorplatz und dessen einfassung, und irgendwann stand ich mit anderen auf einer sandhalde oder gar dem garagendach. Sechs garagen hatten die blockbewohner gemeinschaftlich errichtet, die mieter der dienstwohnungen; es war, dass ich mich unwohl fühlte in dieser rolle, auf dem dach, an einem samstag- oder sommernachmittag, dessen licht blass ob der bewölkung, die aufgezogen; ich schaute auf das areal aus betonguss, diese weißliche fläche mit den fugen, in denen später oder früher sich zeigen würde, dass es noch einen untergrund hat –

der december mit cimbeln, doch
länger die nacht, die ihm folgt, das
weisse im haar ein schaum, verblüht,
noch bevor er geht, sich zurückzieht
in die keller, des schaumes zischen
nach sich zieht, ernüchterung in
den zellen
 –

über die blässe strands getrieben, zwischen den dünen hindurch, die den blick aufs wasser verwehren, in den senken die von böen zerstreuten reste der nebelasche, da, wo der lichtmuskel morgens erschlafft –

vormittags unter der diktion der eisfiguren in den gärten, nur mehr hinfällige existenzen, auf den apfel- und birnengräbern, kein segen drauf, daran vorbei flanierte das ich, gewandet in die rauchfahne eines fremden planeten –

eisnebel morgens, lasziv, verbunden mit den schnee- und eisresten auf der brache, zwischen den stoppeln, verknüpft, verwoben, als hebe sich das gelände selbst auf, bewegte sich in die höhe, gewänne raum –

vom schlaf, dem kurzen, alkoholisiert, vorsichtige passage von straßen, deren asphalt von abermillionen sternen funkelt –

nachts mit kopfschmerz aufgewacht, lange herumgegangen, mit dem sich auflösenden ich, ein ums andere mal das licht des bewegungsmelders draußen an der klinikmauer aufblitzen sehen, die wipfel der kiefern krümmten sich im schlaf, vibrierten, während ich keinen gedanken zu fassen vermochte –

als wir noch durch die notdurft unserer züge die schwellen der gleise zu sehen vermochten, jene spur, die ohne anfang, ohne ende schien

es ist, als tauchte ich nach den schwindenden teilen meiner selbst, suchte sie mittels des echolots fremder verse zu entdecken,
auf der hinteren plattform des letzten waggons stehend, von der aus ich das gleis verenden sehe, schwelle um schwelle

 

*nach einem Motiv aus Keith Waldrop: „Motion Discomfort“, abgedruckt in seinem bei Gutleut 2017 erschienenen Band „gravitationen1“