landschaft war nie, hinterm
muttervaterblock in b., nur
baumreihen, gestaffelt, tief
ins gelände, so man aus dem
fenster schaute, dazwischen
niedergehaltenes gras

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landschaft war nie, nur worte
zeichen, die im wechsel der
zeiten verblassen, vom balkon 
her der geruch nach gurkensalat
einer hockt auf der bank neben
der haltestelle, liest sich durch
den abend, quer

sobald sich das licht verdrückt, träumt sie, sich die fingerkuppen zu ritzen, die der rechten hand, dies spiel zu beenden, der rechten, die als rein, sauber gilt –

eine seltsame formulierung funkelte in meinem kopf: was nie wahrheit erlangt, sie schien sich auf das in diversen notizbüchern verstreute zu beziehen – nie wahrheit, wo sich vielleicht wirklichkeit besser eignen würde, und stehen beide zwingend in einem zusammenhang, als rechtfertigung des einen durch den anderen, in dieser abfolge oder andersherum, fragte ich mich, als begriffe mit viel gewicht, senkblei unter der graphitsonne, die sich allem, was existiert, eingeschrieben (die graphitsonne wiederum eines der wörter, die sich in einem ausschließlich 2007 genutzten heft niedergeschlagen, dessen umschlag den titel edenkoben trägt, in grüner schrift –

und uns bewegten, über flächen planierter erde, an kakaomasse erinnernd, land, das auf rohrleger und verdichter wartet, verdichter, die nicht gehalten, sich einen reim zu machen, auf die verhältnisse; den bagger hat man anderntags wieder abgezogen …

bodendecker wir, mit unseren zukunftsversprechungen aus bitumen und beton, wüstenargonauten von anderem schlag –

tagsüber der gelbe harm von kiefern, die atemmaschine stottert, stockt, niederschlag auf den fenstergläsern, nachmittagsfilm von der verlorenen zeit, die hauptrolle spielt ein abwesender herr –

der mann blickt übern gartenzaun, vom fußweg her, lange, regungslos, das gefieder der vor wochen gefallenen kiefer grau, und krumm deren wuchs, aus dem gewerbegebiet tönt musik, fünf tanzen dort unter einem weißen zelt, morgens, nach acht …

was sich schreibt mit dieser hand, von anderen handlungen befreit – früh am tage folgte ich meinem schatten, später schleifte ich ihn hinter mir her …

man mache nicht viele worte, wird man sagen, eine klare ansage, so wie am nebentisch, an dem es um den osten, dann den westen geht, früher oder später, und einer der beiden mit paris telefoniert, wo der gesprächspartner festsitzt, eines streiks wegen, ihre stimmen immer lauter, da kein fortkommen in sicht – der andere telefoniert auch, die pioniere gehen in die luft, die besonneren bleiben am boden

und man wird sich erinnern an tarnkappenpiloten, raketenstakkatos, tags unauffindbare nachtsichtgehäuse, das grüne licht, das allgegenwärtig jede szenerie erhellt, an wüstenargonauten, die im niemandsland auftauchen, in kameras sprechen, hinter denen niemand steht, und denen das ganze kaum die rede wert, weil es sowieso zu spät –