die reise gebucht schon vor jahrzehnten, in gegenden, wo du nie gewesen, nichts zu suchen hast, in dschungeln etwa, ein albtraum eher, verhedderst dich schon hier beim pilzefinden im unterholz, schreckst zurück vor den fingern des farns, weißt nie, was dich erwartet da, unterholz oberstolz, wenn es knackt, zuckst du: zusammen nicht, denn wo ist der begleiter, wo die retterin, die dich auswege finden lässt, himmelsrichtungen weiß: mehr als vier, wo sind atlas kompass und gebietslegende, welcher zug brachte dich vor die pforte der begängnis, wilderei – tratst in den forst noch mit gedanken, doch je verjüngter die wege, desto weniger blieben dir; grün behelligt, wald beruhigt, so die gängige denkart, nur dass im unterholz, und ob es im hochwald anders, vielleicht gar ein priester erscheint und ein hochamt zelebriert, nur für dich, verlassene seele –

erzst, brödelst von was aus dem tagebau, die nebel längst passé, ehe du erwächst, die gruben nachts so tief, gräben dir, aus denen du heraufloderst mit deinem schopf, ganz gleich, ob blond schwarz braun oder in weißgräue, die so verräterisch, die jeden ausweis, paß ersetzt, so gehst du nicht durch, auf der tanzfläche, auf der nach zurechnungsfähigkeit geschätzt wird – lohst heraus, der morgen land liegt brach, und wo neues ist, bricht ab der lauf –

dieses thema immer wieder: fern, fernschaft, als ob dich fernmünder wachgeküßt, vielleicht, du es vom fernsprecher verordnet bekommen, einerlei, die fernschaft von ortschaften am horizont, lichterketten, eine liebschaft oder liebelei, ganz gleich, du siehst das an dir vorüber ziehen, sitzend hinterm glas von bus oder bahn, ohne haft, ohne halt auf der glasscheibe, es brennt sich dennoch ein, und jahrzehnte später hast du vor augen, was du passiert, ohne vorausschauen zu können –

es machte uns nichts aus, damals, die rinde der platanen zu ritzen, mit initialen, die kryptisch, und kämen sowieso nie wieder, später, die zeichen zu entziffern, mit den fingern über deren wulst zu gleiten/ die alleebäume ziehen gleich nummerngirls an uns vorbei, die wir im wagen, im sonnenlicht glänzen ihre blechmarken –

z. konnte nicht eins und eins zusammenzählen, in diesem kiefernwäldchen, in dem stamm an stamm, was vom forst, der dereinst, übrig geblieben, zur abschirmung des geländes, das ein militärisches – schritte also übern federnden grund, zwischen den stämmen die milchhaut der kasernenbauten, blickte man in eine andere richtung, konnte man das vergessen, unscheinbar der drahtgitterzaun, der für die eine oder andere fallengelassene masche gut war; die stämme spreizten sich an einer stelle, dorthin führte ihn der offizier, der ihn untergehakt hatte, übern federnden boden, die schritte nicht zu hören –

[Auszug aus einem nicht vorhandenen Text]

pflöcke gegen das verstummen, vor welcher wirklichkeit, im überhitzungsherzschlag, überrascht von den mühen des abfalls/

bakelit, das blecherne ich verbeulter töpfe, früher, durchblick-ich von glasscherben, erden sand steine dazwischen, wucherungen, unzügelbar, die deponie ein sagenhaftes universum zum fehlgehen, glutnester, schweldämpfe, stanniolfähnchenflitter, der am ehesten für was nütze, silbrig, zinnfarben, dinge, die wir nicht zu kennen meinten, dabei die sage davon in uns, in ausgesparten eltern-/großelternsätzen daheim, die noch kein schritt zur deponie gelenkt, und nicht mal vom abfall geträumt, wollten von den aschen nichts sehen, womöglich selbst schon verascht im innern, bitter, unbegehrte früchte, süßer waren die der maulbeerbäume, die auf gründen zwischen haftanstalt und siedlung, auf einem streifen grüns, etliche unserer sommer lang, man arbeitete sich auf, bürgte sich heim, der mutter mund erzählte geschichten, der des vaters eine schärpe, glänzend im licht und ohne geschichte –

wir haben es verzappt/ verglühn für einen wohlstand im zimmer/ morgens abends der gluten hauch, auf trockener zunge/ später, dachten wir, später, oder nie/ rauchts uns auf, kombattanten im all, das geschick, glaubten nicht, dass es sowas wie schicksal gibt/ der mond eine nummer zu groß für uns, die froststarre seite, kommen nicht drauf, eher überkommt es dich, sprichst dich in rätseln aus, senkrecht waagerecht quer –

der mond mit gelbem finger, quittegelb, wie mutter und auch andere sagten, so es sich um die finger eines rauchers, einer raucherin handelte, zeige- und mittelfinger, zwischen denen die meisten die zigarette halten, und auf diese weise zwanzig oder dreißig aufrauchen, am tag, eine schachtel, die bedeutung der raucherbiografie bemisst sich danach, eine schachtel, vielleicht auch mehr, was schon der ernsthafte ausdruck eines willens, insbesondere bei alleinrauchern, die keines anlasses bedürfen, zigarettenlängen über schweigen können, nicht wie wir damals auf dem hof der lehranstalt, bei denen eine zigarette schon die zunge löste und man gar zu bekundungen bereit, die es ohne den klang des rauchs nie gegeben, nicht diese offenherzigkeit angesichts des schmelzpunktes der glut – gegebenenfalls zündete man sich eine weitere an, die energie noch ein wenig zu erhalten –

uns blüht ein morgen, ohne immortellen, letzte betrunkene kehren heim, folgen der straßen lauf, stecken fest, krepiertes geschoß, lauten später aus in den blöcken jenseits der lines, die das hiesige viertel von dem ihrigen trennen, nur straße nur lauf, verlauten und aus/ hier das dämmerungsbemühen in einer welt von gestern, der morgen blüht auf, kein lufthauch blättert in den zeugnissen ins kraut geschossener existenzen, die ein anderer wind aus den kommunalen kübeln geweht, über nacht, wie von selbst, beiläufig wie unsere bewegung durch den raum, den sorgsaum eines verlangens, das wir als solches gar nicht mehr zu denken vermögen, vielleicht, das unverlangt versammelte, nur abfall von verhältnissen, in dosen verabreicht –

träumte, das fahrrad geschlossenen auges eine freitreppe hinaufzutragen, des risikos bewusst, eine stufe verfehlen und stürzen zu können, doch gelingt es mir nicht, die augen zu öffnen/ später stehe ich auf der plattform einer vorortbahn richtung neustädter bahnhof und erinnere mich, dass ich den traum mit der freitreppe vor der fahrt notieren wollte, was im moment nicht möglich, ich schaue hinaus, wir passieren landschaften, die keine sind, eher gelände, grünscheckig, der nicht-landschaft hinter g. ähnlich, wo man über weite flächen hinweg bis zu den rändern der tagebaue sehen konnte, zu den anlagen der elektrischen kohlebahnen –