blind endender weg, nicht mehr als eine verblassende schrift, eine linie, mit wässriger tinte gezogen, als sollte sie sich verlieren

übersät von den splittern taglichts, durchsetzt von namenlosem gestein,
aus der tiefe aufgetrieben

blickte ich vom küchenfenster auf ihn, wurde ich fortgerissen, zum friedhof
hin, im schatten des hochdamms gelegen, zu den nur provisorisch
versiegelten löchern

hier grüßte man jene, von denen man nichts hielt, hier hielt man den blick
beim grüßen starr auf die keramik des bodens gerichtet und lauschte den
lauten, von den schritten des anderen verursacht, der immer
der blindgänger, der zu früh geborene

der sich die welt angemessen hatte, so dass uns nachgeborenen nichts
übrig blieb, als dies zu akzeptieren, das eine oder andere gesicht,
nicht wahr –

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was bleibt, sind abgesänge, als jahre eines großen abgesangs werden wir uns ihrer erinnern, sobald das laub gefallen, niedergekämpft mit getöse, und die herbste milde, nachsichtig und milde sich geben, als fehlte ihnen jegliche erinnerung –

schüsse fielen (gräf: „falsches rot“), wir fanden am boden nur patronenhülsen, die einschußlöcher nicht, war versiebt worden, das alles, die rede davon, das elterliche ge-wissen, ruhekissen der branded nation, hier wollte ich nicht geboren sein, nimmer, doch nützte es nicht, die stimme zu verstellen (parlezvous), entscheidungen zu fällen, der paragrafen wald, bürgerlich, stand immer noch und hielt sich zu gute, traumlos über die runden zu kommen, in welchem der stadien auch immer –

morgens in der umdrift, ein totes reh am dörnichtweg – was sucht ein reh in der umfriedeten unzucht von gärten, wo motoren das sagen haben; zwei starrten auf das wesen, das vordem tier gewesen, ein zivilist und ein uniformierter –

„fern, das Erscheinen der Robinien“
(Rainer R. Mueller)

im traum, morgen für morgen, deren kette entlang, aufwärts, zum grund, wie könnte man trau’n, jeglicher wiederkehr, und mochte nicht stehen dort, an den gleisen, wo wir die vokabel warten buchstabierten, silbenweis, unterm industrielicht, bis der grund verdorben oder vielmehr vergessen, im seinsverlust, von neuem begründet, auf was –

scherenschnitte werden wieder modern, in bälde, sagte der engel, die musterbögen gäbe es schon, etwa von ausgestorbenen arten; in bälde liegst du dann lange zeit wach, das sterben wird dir nicht vergönnt sein, vor dem tag –

am magic-circus vorbei, nach der letzten vorstellung, ein mann in hut und jacke quert die grasnarbe, den vorplatz mit den fahnen, eine person, die im dämmerlicht zunehmend an kontur verliert, die mondsichel seitlich der zeltkuppel dreht sich weg –

mit verwunderung schaue ich mir zu, sagte der engel, wie ich neuerdings immerzu gedanken verliere, was auch den verlust von worten zur folge hat –

sie sprechen vom weggehen, am tisch vor wie an jenem hinter mir, von freitagen, an denen es ernst wird und man sich lieber nichts vornehmen sollte, der reisenden ziel scheint ausgemacht, doch nicht dasselbe –

mittags eine leere in mir, am strand von a., kein gefühl,
schwerfüssig durch den sand, vor den schaufenstern
der bunten stube ein älteres paar, sie erzählte, er sagte
immer nur ja, in abständen, obgleich ihren sätzen nicht
der charakter eines monologs eigen, beide untersetzter
statur, wie meine eltern, flügelpaar, in den lüften bang,
wir beobachteten über uns möwen, die gegen den wind –