wir gehen nicht aus/ es ist kein ankommen mehr, eine zelle das verhängnis, ein sich im kreise drehen, wenn nur etwas treibluft um die nase/ sich aus dem wege sehen, den blick ferngelenkt, wo das versprechen von nähe, die nimmst du nicht an, schaust auf die stämme frisch erlegter kiefern im abwald, in jener wolfsfreien zone, in der du früher rehe beobachtest hast, die an den hintergärten, bis hin zur pforte/ vorn die straße und hier der wildverbiß, du sinnst, zwischen andacht und aussegnungsfeier, die kette lässt nach an spannung, du siehst –

blockaden/ dieser tanker, an dem wir mit schläuchen hängen, verbunden unverbunden, die schätze sind ins innere verlegt, seltene erden, die auffunkeln, der ausbeutungswille tickt, kein gedanke, an später ist nicht zu denken, utopie kommt da keine mehr raus, nur restöl, der tanker leckt, die sonne löscht das letzte wassereis der gletscher/ suchst schnee, alte, die schecks sind nicht gedeckt, wir hausten länger hier, zu lang anscheinend, zu lang, um im gedächtnis zu bleiben, der tanker leckt, wir hängen nur noch an schläuchen, stehen drauf, meinen die helle, den geist –

ungeschrieben/ zwei damen im gespräch, am straßenrain, jede mit einem hündchen an der leine, weiß, von gleicher größe (wie aus dem ei gepellt), sie trippeln um die füße ihrer herrin, legen sich krumm/ und die stapel wachsen, von ungelesenem, zuwachs gesichert, beste referenzen darunter, autoren wie verlage, ich hab meine lesestube verlegt, in die keller, in denen die schatten der fenstergitter schwer, zur mittagsstunde/ die sonne in ihrem februarzenit, erste fahrradschläuche luft lassen, kurz vor aufnahme des fahrbetriebs, die waschmitteltuben in jenem raum, in dem die maschinen an der tränke stehen, gleichen kommunizierenden röhren/ weißmachen, bunt, schwarz oder notbetrieb – du ziehst dich raus aus diesem laden, rechtzeitig vor dem schleudergang –

dieser orangefarbene ton vor sonnenaufgang am westhorizont, ein böiger wind, der auch nachts nicht zur ruhe kam, den einen oder anderen unruhemelder anschlagen ließ – was früher die hunde, sind die allzeit potenten lichtwachen, man schläft sich in schlaf und sieht sie aufblitzen, soviel höfe von licht, dass die nachtdunkelheiten nurmehr inseln darstellen, inseln, die unzeitgemäß erscheinen, obgleich sie unsere zukunft sind, solvente wasser, gewissensgefälle – man schläft sich in schlaf, wacht eine weile, bis einem die herkunft der bilder gleich, wie die tatsache des traums – die tage ereignen sich mehr, als sie geben, sie vergehen eher, denn ich sie erlebe: der ereignishorizont liegt hinter dir, ohne gedächtnis, also bleiben nur die unruhestifter im hof, die dir das eine oder andere zeichen setzen, deren deutung dir fern, schläfst, wachst und bedeutest dir nichts –

für Ulrike Bail

säumnisse in dieser landschaft, wo mutter ihre pfade gegangen, entlang der strichlinien und nähte von feldern, autobahnen, ihr schatten machte sich lang, auszuruhen von der beugehaft über der heimischen maschine, so spulte es sich ab, täglich, das dasein, die morgen am faden, deren ränder versteppt, blick in die himmel, auf die schnittmusterbögen, das gewirr von wegen, die abzufahren, auszulassen, und dann der kreidestrich, bald verblassend –

schwindlig von den s-bahnfahrten in der endlosschleife, ich nächtigte ein in dieses programm nach sendeschluss, abend für abend, diagonal über die bettstatt gestreckt, eine hand auf der fernbedienung, die nicht mehr richtig funktionierte, kaum noch bestimmbar der zeitpunkt fürs erlöschen des traums vom tagende, wenn man, mit sich allein, in ein weißes flimmern erwachte –

sagtest du apolda, liebtest den weißenfels von allen, auf verlorener strecke, folgtest der saale stromschnellen, ehe sie dir aus den augen rann, wie kann man den blick verlieren, worauf wofür, was nur noch eine metapher für begebnisse, wir ersterben ins jetzt, das macht kein dunkel wett (und überhaupt, zuviel dunkel in deinen gesichten, sagte vor jahrzehnten wer, in einer anderen zeit alter, zuviel dunkel, zuviel lohe entzünden den vers, dachtest du, hobst die schultern –

ich wollt dich nicht zeihen/ wo die sprache herkommt, aus gründen, bleibts still/ ich mag die gespenster nicht, der schnee hat arabesken gebildet, auf unbefestigten wegen, gleich orakeln, die wir kaum zu entschlüsseln vermögen/ lass uns gehen, über den frisch aufgetragenen teer, und was zu sagen wäre, durch die kehle rinnen –

parisz – ich sprach den namen auf polnisch, im zugabteil, auf der reise nach w., mit dieser sprache gelangte ich überall hin, sie kannte keine grenzen, machte keine dicht, und das weichbild der stadt stand mir vor augen –

wenn die nacht nicht enden will, lässt du das licht aufblenden vor deinen augen/ jene, denen du begegnest, in der straßen dämmerung, führen selbstgespräche/ du gehst den klängen nach, bleibst doch dieselbe –