irgendwann wird man zum kosmischen object, sendet signale aus, signale, die jetzt schon in meinem ohr, gleich morsezeichen, dieser metallische ton –

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von den zufälligkeiten her schreiben, argumentierte das ich, wobei in diesem begriff der durchaus ambivalente der fälligkeit lungert, von rechnungen etwa, terminen, oder es gar raunt: nun bist du aber fällig! Dennoch: zu schreiben von dem, was man beobachtet, sich ergibt (sich ergeben im sprachverhau), was die sinne erfassen (eiererfassungsstelle, damals in r., erfassungsstelle salzgitter und wen oder was, wird es mir schwindlig, wenn mich eine idee, furcht oder das grausen -), gibt sprache sich verführerisch oder sind wir es, ab und an –

man altert im gehen, sagte sie, sie habe sich blind gesehen, den gewohnheiten nach, nichts außergewöhnliches in diesem jahrhundert, in dem immer unbarmherziger das licht, mit dessen überwuchs die angst vor der finsternis wachse, dem vergehen …

abends ragout fine im restaurant des clubs der intelligenz, mitte 70er, ragout fine in der tasse und ein glas bier, mehr war nicht drin, die toiletten eine etage tiefer, im ohr die verse, sondierungen im textverhau, stunden zuvor, ein straucheln womöglich, in übersetzerlaune: das bild stimmt nicht, die metapher, dann entflammte schon das deckendekor, sank ein in mich, dies gipswerk, das ein weißliches licht absonderte –

und wieder die lücke im zaun, traumwärts, das grün dahinter versprecherisch, es zirpte immerzu, nächtens, lockte, hindurchzulugen, obgleich verboten jeglicher übersätzliche gang, entlang des zauns, wo eine wache dich, wenn sie es nicht gar verpasste, der geräusche nachklang – war das eine eule unke ein uhu oder was unterm schuh? Der auftrieb wars, der abrieb solchen gedankens, dieser zaunslückenidee, das auf den zahn fühlen, einer wirklichkeit, die nicht gemacht für eine wie sie –

sie hocken modernistisch eingebeutet im bau, in der residenz der zuvorgekommenen, schauen herab von schmalen balkonen, auf der strasse nacht, den asphalt, der, vom tau schon wach, blinzelt, doch nichts erzählt, von der ferne –

der vogel in mir sucht nach sinn, bleibt unerhört, besitzt die reife nicht, nicht die, zu fallen, aufzufallen; was fällt, wird zu schnee im vergangenen, der weiß, was er von mir zu halten hat, tauwasserseele, spricht nicht gern, hört zu, nimmt sich zusammen, hebt sich auf, gleich laub, um woanders niederzugehen – ich vernehm den widerruf, lösche zeile für zeile, verliere das gleichgewicht, geh fern –

ich habe es nie gesehen, lediglich abbildungen davon auf postkarten, als kind, belichtet in träumen, die mich auf kleinen plätzen zurückließen, in einem der quartiere, dessen zentrum ein steinerner brunnen bildete, und rundherum das mauerwerk hoher gebäude, da führte keine gasse fort, und so es fenster gab, so doch keine tore –

 

*Titel eines Gedichts von Rainer René Mueller, in Poemes Poetra, roughbook 34, S. 84

dies zelt verfällt, das vor dem frost schützen sollte, die gewächse im innern verdorrt, noch ein rest der weißen folie am gestänge, das letzte signal zur aufgabe, wir gehen, schränken uns fort, lassen auf, was uns gebunden, machens platt, und satt werden wir noch immer, der schnee schmilzt in der dachrinnen kehle –

fremd wirds, fremder, im rückzug ins kalkül beleibter vororte wie diesem, wo vom windbruch die flächen ausgekahlt, alltäglich der sensen klang, geheim wirds, nur kein daheim, und treib nicht aus, bleib irgendwo, musst sehen, was kommt, dem schnee ins gesicht schauen –