Archive für den Monat: Juli, 2018

der mond hockt auf dem sozius, unterm helm, er macht sich kleiner und kleiner, im rücken des piloten, der nichts davon wahrnimmt und ohne rücksicht vorwärts, immer vorwärts auf der bahn, diesem gräulichen asphalt, der bald in ein pflaster übergeht, von dem jeder einzelne stein –

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lieber im vollzug, sagte er sich, als der straßen wahn, in vollzügen hatte er schon manches ausgesessen und war gut gefahren damit, hockte da, lebenslänglich, bereute nichts, neun uhr abends verglomm es, das kümmerlicht, im waschbecken, und du zerlegtest dich, entlassen in die kammern schlafs, in der anstalt –

herrenloser hund heißt es, wenn da einer ohne begleitung, ohne leine, geschirr, ohne einen, der sagt, wo es lang geht oder geführt werden will – wie dieses fuchsrote, kniehohe wesen, das die einmündung der straße zu queren im begriff, sodass ich mich langsam näherte, auf dem rad, gewärtig, gleich frauchen oder herrchen an der ecke auftauchen zu sehen, mit den insignien ihrer herrschaft, doch da folgte niemand seinem leitgetier, dessen fell zottelig, feucht von den nebeln des morgens, das nun in der fahrbahnmitte verhielt und überlegen mochte, wohin, es war ein anderer trott, nicht der gewohnte, und die freiheit eine trügerische –

halb elf vormittags schon der geruch nach mittagessen, höhe st. marienhospital, nahm eine nase voll mit, wird was mit kartoffeln sein, fleisch, dunkler sauce, butterfleckig, sämig vielleicht, schwer, aufbauend – pfeif‘ auf die linie, die diät, von der andere in geordneten verhältnissen nicht lassen mögen, diät, der schnitt ins eigene fleisch, tagtäglich, die wunde, gut vergütet allemal, wenn man wo sitzt –

nie schlafen gingst, nie kehrtest du heim, es ist wie am anfang: veröffentlichte nur … – du musst draußen bleiben, hast es verwirkt, keine einkehr, die stimme namenlos, traut man dir zu, nicht zu sein, nicht mehr –

die alltägliche vergiftung von unten (cigarettes), doch nein, eher gesellt sie sich zu einer, die im innern statt hat und schwellungen, druckstellen, grinde zeitigt, als ob der körper ein alter apfel, oder ist es das selbst, das so hinfällig, in der vergiftung und ausdörrung von worten im öffentlichen raum, der mehr ein käfig von zumutungen – ich sehe die stäbe an mir vorüber gehen, als eingeschlossene ausgeschlossen, dieser widersinn von halbfertigkeiten und -wahrheiten, vorüber ist nicht vorbei, jede fliege weiß das, die sich je in einem gatter verfangen –