Archive für den Monat: März, 2012

Der zeitgenosse schreibt: qwertzu und hat eine aussage getroffen, die völlig wertfrei, in welcher abfolge die finger sich auch bewegen … Maschineschreiben leitfaden teil 1, in der löhrstraße, im blindflug über die tastatur: taftkleid – ein solches hat er noch nie gesehen, aber es berührt ihn, ihn berühren die worte der ersten lektion; die dozentin gibt den takt vor, eilt von platz zu platz, korrigiert die haltung der hände, den sitz der finger auf der tastatur, diktiert asparagus falcatus, heilloses gewächs im lichte diverser großraumbüros, von denen er eines genauer kennt, das zischeln der lanzettlich geformten blätter, wenn jemand vorüberstreift … Draußen ist nacht, während es im saale dröhnt, von hunderten von anschlägen: das machen Sie schon ganz schön, neues blatt, nicht auf die walze geschrieben, nicht nachgedacht – schreiben, schreiben, auch wenn es kaum sinn hat, das taftkleid nur eine behauptung ist, eine metapher, der wagen rutscht, tempo tempo, neue zeile …

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traumwärts der eindruck, in der elterlichen wohnung zu liegen, in der enklave, auf dem sofa, in meinem rücken der vater, während ich mit blick zum fenster hinaus, knapp über die tischkante (ins gelände, das grau … und was diesen blick bislang gestört, war verschwunden, jene überbordende topfpflanze mit den kugelfrüchtchen, ewig verlaust – ich meinte ihn grummeln zu hören, im halbschlaf, er habe sie entfernt) …

träumte vom tannenwald, in gestalt aufgeklebter piktogramme auf karton, tannengrüner kegel, regelmäßig in reihe gesetzt, und eine stimme aus dem off raunte mir jenen berühmten vers zu, der von der vernarrtheit der deutschen in den tann kunde gibt, wobei mir dessen erscheinung und folkloristische aufbereitung in der regel unbehagen bereiten – noch jeden der gänge durch den tannengrund, die düsternis, habe ich eher als atemberaubend empfunden, deren schwere machte benommen, wie der geruch nach fichtennadelextrakt in der kindheit, und nur unvermittelt sich öffnende lichtungen vermochten etwas halt zu geben, flecken, wo es gräser hatte, lang und gelb, steine im moos sichtbar wurden –

früh die sehnsucht, in die nebel einzutauchen, ihre milchige gräue, und die enttäuschung, so sie sich allzu bald, noch vor schulschluß, zu lichten begannen – heutzutage machen sie mir eher angst …

die nebel der kindheit erscheinen mir im nachhinein von besonderer dichte, nebel, die zäh und sich oft tagelang hielten, verfangen in dieser tieflandsbucht – ich mochte die feuer, die morgens in kübeln an den kreuzungen der vorstadt loderten, um orientierung zu geben …